Flüchtlingshilfe
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FLÜCHTLINGSHILFE

 
Vor etwa einem Jahr ist die Flüchtlingswelle auch in Perchtoldsdorf angekommen. Seitdem hat sich viel getan. Circa 20 Personen aus der Pfarre Perchtoldsdorf  haben sich  für die  Menschen aus Syrien, dem Irak, Armenien und Tschetschenien engagiert  und bemühen sich nach wie vor, sie zu unterstützen. Insgesamt  wurden bisher 17 Erwachsene und 10 Kinder aus Syrien, dem Irak, Tschetschenien betreut. Eine dreiköpfige Familie hat sich mittlerweile selbstständig gemacht.
Auf die Flüchtlingshelfer warten jeweils vielfältige Aufgaben. Zunächst wird für  eine Unterkunft gesorgt, die in manchen Fällen erst instandgesetzt und möbliert werden muss. Sieben Wohneinheiten wurden bis jetzt organisiert und den Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt. Die finanziellen Mittel dafür stammen aus Spendengeldern, ohne die das alles natürlich nicht möglich wäre. Auch bei den Mieten leistet die Pfarre, wenn es nötig ist, einen finanziellen Beitrag. Finanzielle Unterstützung ist manchmal auch für die Überbrückung der Durststrecke notwendig, die zwischen dem Antrag auf die staatliche Unterstützung und der tatsächlichen Auszahlung liegt. Dolmetschdienste und Rechtsberatung kosten ebenfalls Geld, auch dafür werden Spendengelder eingesetzt. Neben der finanziellen Unterstützung  ist eine ganze Menge bürokratischer Aufgaben, wie Miet- bzw. Nutzungsverträge oder Haushaltsversicherungen zu bewältigen. Man kümmert sich auch um den Schulbesuch der Kinder, um Arztbesuche, hilft bei der Jobsuche, bei den anstehenden Behördenwegen und Asylfragen.
Ein weiterer Beitrag der Pfarre für die Flüchtlingshilfe besteht darin, dass sowohl die Räumlichkeiten des Pfarrheims für tägliche Deutschkurse genützt werden können, als auch die des Marienhofs, wo zweimal wöchentlich ein sogenannter Treffpunkt stattfindet.
Die Erfahrungen  sind recht unterschiedlich. Für die Flüchtlinge ist es nicht einfach, die Ungewissheit über ihren Status hier in Österreich auszuhalten, bis sie ihren Bescheid erhalten und dabei meist untätig sein müssen. Da gibt es konträre Reaktionen, je nach Menschentyp. Auch ist es durchaus  nicht so, dass alle Flüchtlinge untereinander solidarisch sind. Konkurrenz ist da sehr wohl auch ein Thema.
Als Flüchtlingshelfer ist man einerseits mit dem großen Elend konfrontiert, das diese Menschen zur Flucht getrieben hat, andererseits aber auch mit ihren Schwierigkeiten, in einem fremden Land wirklich Fuß zu fassen und sich hier so gut wie möglich zu integrieren. Eine Herausforderung ist es in jedem Fall. Danke allen, die sich ihr stellen!
 
Josef und Eva Meingassner für den Flüchtlingskreis

Wir bitten auch weiter um Spenden:

Flüchtlingshilfe der Pfarre: AT78 3225 0000 0192 2103 bei der Raiffeisen Regionalbank Mödling
Oder, mit steuerlicher Absetzbarkeit:
Caritas der ED Wien Verwendungszweck: Spende für Flüchtlingshilfe Perchtoldsdorf
AT16 3100 0004 0405 0050
(für Zusendung einer Spendenbestätigung für das Finanzamt bitte Namen und Adresse bekanntgeben)
Erlagscheine für beide Konten liegen in der Pfarrkanzlei auf

 




 

 FLÜCHTLINGE IN PERCHTOLDSDORF

 

Wir haben einige von ihnen befragt, wie sie hier leben, was sie bewegt, welche Sorgen, welche Hoffnungen sie haben. Hier eine Auswahl:

 

ALLES IST BESSER ALS KRIEG

 
sagt die 30jährige Rasha aus Syrien, eine studierte Betriebswirtin, die zu Hause als Buchhalterin gearbeitet hat. Die Flucht war zwar schlimm, sagt sie, aber nichts im Vergleich zu dem, was sie zu Hause erlebt hat. Das unterscheidet sie von vielen anderen Flüchtlingen, für die der Weg hierher das Schwierigste war. Was das Leben hier betrifft, ist sie sehr zuversichtlich. Sie besucht mit großem Eifer den Deutschkurs und gehört zu denen, die schon am weitesten fortgeschritten sind. Sie hat mit den Menschen hier insgesamt sehr gute Erfahrungen gemacht, alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, findet sie. Sie hat sogar einen direkten Vergleich mit Schweden, wo sie kürzlich ihre Cousine besucht hat. Dort hat sie eine eher ablehnende Haltung Flüchtlingen gegenüber erlebt.
 Sie will die Zeit hier nützen und ist auf der Suche nach Arbeit. Was sie problematisch findet, ist, dass die staatliche Unterstützung gleich hoch ist, egal, ob man arbeitet oder nicht.
Erwartungen an uns hat sie eigentlich keine, sie ist sehr froh, dass sie es bis hierher geschafft hat und macht sich große Sorgen um ihre Familie, die zum Teil noch in Syrien lebt.
 

 DAS WICHTIGSTE IST MIR HIER DIE SICHERHEIT

 
Sagt die 39jährige Mral, die mit ihren beiden Töchtern (9 und 12 Jahre alt) aus dem Irak nach Österreich gekommen ist. Sie wollte in ein christliches Land und hat sich von Europa vor allem erhofft, dass man hier menschenfreundlich behandelt wird. Diese Hoffnung wurde weitgehend erfüllt, obwohl sie Traiskirchen als Zwischenstation nicht in besonders guter Erinnerung hat. „Aber das war ja auch keine normale Situation“. Dass sie – eher durch Zufall – in Perchtoldsdorf gelandet ist, sieht sie sehr positiv. Sie ist mit ihren Töchtern zweimal bei Perchtoldsdorfer Familien untergekommen, bis sie schließlich in eine eigene Wohnung ziehen konnte. Die kulturellen Unterschiede haben doch einige Problem verursacht, berichtet sie. Aber wenn ich etwas gebraucht habe, konnte ich immer mit Hilfe rechnen. Ich fühle mich mit meinen Kindern hier mittlerweile sehr wohl. Viele Flüchtlinge wollen nach Wien, weil da die Grundversorgung höher ist und es vielleicht mehr Arbeitsmöglichkeiten gibt, aber ich bin sehr gerne hier, ich fühle mich hier sicher, das ist mir das Wichtigste.
Auf die Frage, was sie hier vor allem braucht, antwortet sie: Geduld. Wir haben den Kopf noch so voll von den Dingen, die zu Hause passiert sind und noch passieren, dass wir uns mit dem Deutschlernen schwerer tun, als von uns verlangt wird.
 

WIR SIND HAUPTSÄCHLICH WEGEN DER KINDER HIER

 
Aram und Ala aus dem Irak sind mit ihren beiden Buben seit neun Monaten in Österreich, acht davon in Perchtoldsdorf. Die Kinder sind vier und sechs Jahre alt und besuchen Kindergarten bzw. Vorschule. Ala erwartet ihr drittes Kind – es soll ein Mädchen werden. Obwohl sie sich hier sehr wohl fühlen, ist das Heimweh nach Bagdad und nach den Eltern und Geschwistern, die dort zurückgeblieben sind, groß.“ Wenn ich alleine wäre, würde ich sofort zurückgehen“, sagt Aram, der dort als Dekorateur ein gutes Auskommen hatte. Aber die vielfältigen Bedrohungen und die Angst um die Kinder waren zu groß.
Die größte Schwierigkeit ist die Sprache, meinen beide. Obwohl sie den Deutschkurs besuchen, tun sie sich nicht leicht. Mit Perchtoldsdorf hatten sie Glück finden sie, die Leute hier sind nett und hilfsbereit, der Kontakt mit die Nachbarn, mit den anderen Flüchtlingen – alles läuft gut. Sie hatten auch noch nie das Gefühl, dass man sie als Flüchtlinge schief anschaut.
Bis jetzt war alles gut. Sie haben kürzlich den positiven Asylbescheid bekommen. Aber die Frage, was die Zukunft bringen wird, bleibt offen.
 

HOFFNUNGSVOLL IN DIE ZUKUNFT

 
Die Familie Smbatyan aus Armenien ist vielen in der Pfarre bekannt. Mit ihrer Fröhlichkeit, Verlässlichkeit und ihrer Bereitschaft zuzupacken, wie z.B. beim Augustinikirtag hat die Familie schnell Anschluss im Ort gefunden. Sohn Valod und Tochter Ruzan haben rasch guten Kontakt mit der Pfarrjugend bekommen.
 
Es waren medizinische Gründe, welche Vater und Sohn Smbatyan vor acht Jahren bewogen, dringend notwendige Hilfe bei Spezialisten in Wien zu suchen, erzählt Frau Smbatyan. Erst drei Jahre später konnten auch Mutter und Tochter nach Österreich kommen. Die Familie fand zunächst Aufnahme im Caritasheim St. Gabriel und kam im Mai 2015 im Rahmen der Flüchtlingshilfe der Pfarren nach Perchtoldsdorf. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die wir in Perchtoldsdorf erfahren haben und schauen voller Hoffnung in die Zukunft“, sagt sie. Sohn und Tochter besuchen mit Eifer die Handelsakademie. Herr Smbatyan ist gelernter Schuster und ein geschickter Handwerker. Frau Smbatyan, eine ausgebildete Kindergartenpädagogin. Nach langem Bangen hat die Familie Anfang Mai 2016 nun das humanitäre Aufenthaltsrecht zugesprochen bekommen. Damit ist auch der volle Zugang zum Arbeitsmarkt verbunden. Hilfe bei der Stellensuche ist derzeit höchst willkommen!
 

SCHRITT FÜR SCHRITT INS NEUE LEBEN

 
„Unser Haus zerbombt, alles weg und zerstört, meine Frau schwanger – uns blieb keine Wahl als wegzugehen. Es war kein leichter Entschluss, “ sagt Hajal, 30, voller Sorge um die Familien, die er und seine Frau Hala in Syrien zurücklassen mussten. Auf teils abenteuerliche Weise gelangten Hajal und Frau Hala schließlich nach Österreich und hausten sieben Wochen unter denkbar schlechten Bedingungen in einem Zelt in Traiskirchen, bevor sie in Perchtoldsdorf eine Unterkunft fanden. Das war im Oktober 2015. „In Perchtoldsdorf schöpften wir wieder Hoffnung und gingen daran, unser Leben neu aufzubauen“, sagt Hajal. Vom ersten Tag an besuchten sie den Deutschkurs, wobei Hajal erst das Alphabet lernen musste. Die beiden sind mit so großem Eifer und Ehrgeiz bei der Sache, dass Hajal vor kurzem die A1-Prüfung bestand trotz der kurzen Nächte als junger Vater. Auch Hala findet neben ihren Mutterpflichten noch Zeit, Deutsch zu lernen und strebt eine Berufsausbildung an. Hajal hat jahrelang in einer großen Firma in Syrien gearbeitet und dabei breit gestreute praktische Berufserfahrungen gesammelt. Er will alles daran setzen seine kleine Familie möglichst schnell selbst zu erhalten.


 

ASYLRECHT IM ÜBERBLICK

 
Auf Einladung des Flüchtlingshilfekreises der Pfarre hielt RA. Dr. Neugschwendter am 29. Oktober 2015 im Marienhof einen Einführungsvortrag über das Asylrecht in Österreich. Zu diesem Vortrag waren auch alle Interessenten des Perchtoldsdorfer Flüchtlingsnetzwerkes geladen. In der folgenden Diskussion war ausgiebig Zeit, rechtsbezogene Fragen mit dem geladenen Fachmann zu besprechen. Dankenswerterweise hat Herr Dr. Neugschwendter uns seine Präsentationsunterlagen zur Publikation in der Homepage der Pfarre zur Verfügung gestellt, die nachstehend abgebildet sind. Es ist auch möglich, ihn in Sachen Asylrecht telephonisch zu kontaktieren (Tel: 01 581 05 97) 

F. Sommer für den Flüchtlingshilfekreis
 

Einführung ins Österreichische Asylrecht

 
RA.Dr.Thomas Neugschwendtner 1040 Wien, Schleifmühlgasse 5/8
 www.fremdenrecht.at

Rechtliche Grundlagen

  • Genfer Flüchtlingskonvention (GFK)
    • völkerrechtlicher Vertrag
    • Regelungsbereich
      • Wer ist Flüchtling?
      • Rechte und Pflichten des Flüchtlings im Zufluchtsland
    • in Österreich seit 30.01.1955 in Kraft
  • Harmonisierung innerhalb der Europäischen Union
    • Dublin III-Verordnung
    • Statusrichtlinie
    • Aufnahmerichtlinie
    • Verfahrensrichtlinie
  • Asylgesetz –AsylG2005

Inhalt des Asylverfahrens

  • Gewährung von Asyl
    • Flüchtlingsbegriff 
  • Gewährung von subsidiärem Schutz
    • Begriff des subsidiär Schutzberechtigten 
  • Erlassung einer Rückkehrentscheidung
    • Ausreiseverpflichtung
    • Abschiebung möglich
    • dauerhafte Unzulässigkeit der Rückkehrentscheidung hat Bleiberecht zur Folge

Gewährung von Asyl

  • wohlbegründete Furcht
  • vor aktueller und individueller Verfolgung von staatlicher Seite
  • aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen Überzeugung
  • Person befindet sich außerhalb des Heimatlandes
  • Schutz des Heimatlandes nicht möglich
  • keine Asylausschluss- oder Endigungsgründe liegen vor
  • all diese Umstände werden glaubhaft gemacht

Gewährung von subsidiärem Schutz

  • Asylantrag abgewiesen
  • Abschiebung ist unzulässig, da 
    • Leben oder körperliche Integrität bedroht wäre
      • Todesstrafe
      • Folter
      • menschenunwürdige Bestrafung
      • Krieg
      • fehlende medizinische Versorgung
      • Traumatisierung
      • keine Existenzgrundlage
      • Bedrohung durch Dritte
    • Leben oder Freiheit aus asylrelevanten Gründen bedroht

Rückkehrentscheidung

  • Asylantrag abgewiesen
  • Antrag auf subsidiären Schutz abgewiesen
  • öffentliche Interessen an der Aufenthaltsbeendigng wiegen schwerer als private und familiäre Bindungen im Bundesgebiet
    • Interessensabwägung zwingend durchzuführen
    • Zu prüfen anhand von gesetzlich festgelegten Abwägungskriterien
    • Abwägungskriterien ergeben sich aus Judikatur des EGMR und VfGH zu Art 8 EMRK § 9 Abs 2 BFA-VG

Abwägungskriterien im Rückkehrentscheidungsverfahren

  • Art und Dauer des bisherigen Aufenthalts (Rechtmäßigkeit des bisherigen Aufenthalts)
  • tatsächliches Bestehen eines Familienlebens
  • Schutzwürdigkeit des Privatlebens
  • Grad der Integration
  • Bindung zum Herkunftsstaat/Heimatstaat des/der Fremden
  • strafgerichtliche Unbescholtenheit
  • Verstöße gegen die öffentliche Ordnung (vor allem AsylG, FPG, NAG)
  • Zeitpunkt der Begründung des Privat- und Familienlebens (Aufenthaltsstatus)
  • Zurechenbarkeit der überlangen Verfahrensdauer

Ablauf des Asylverfahrens

  • Verfahrensablauf
    • persönliche Antragstellung bei Sicherheitsorgan oder Sicherheitsbehörde
    • mit Anordnung des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl gilt der Antrag als eingebracht
    • Zulassungsverfahren innerhalb von 20 Tagen abzuschließen
      • Prüfung, ob Österreich für die Behandlung des Asylantrags zuständig ist
      • Zulassung erfolgt durch Ausfolgung der Aufenthaltsberechtigungskarte
    • danach inhaltliches Verfahren 
  • Instanzenzug
    • Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl als Behörde
    • dagegen Beschwerde binnen 14 Tagen
    • Bundesverwaltungsgericht entscheidet darüber
    • dagegen
      • Beschwerde an der Verfassungsgerichtshof binnen sechs Wochen
      • Revision an den Verwaltungsgerichtshof binnen sechs Wochen
      • zwingend von einem/einer Rechtsanwalt/Rechtsanwältin einzubringen

Aufenthaltsrecht im Asylverfahren

  • AsylwerberInnen
    • Abschiebeschutz bis zur Zulassung des Verfahrens
    • Aufenthaltsrecht ab Zulassung des Verfahrens für die Dauer des Asylverfahrens 
  • subsidiär Schutzberechtigte
    • befristetes Aufenthaltsrecht
    • auf Antrag verlängerbar 
  • Asylberechtigte
    • unbefristetes Aufenthaltsrecht

Beschäftigungsrecht im Asylverfahren

  • AsylwerberInnen
    • unselbständige Erwerbstätigkeit nur mit Beschäftigungsbewilligung zulässig
    • Beschäftigungsbewilligung kann nur erteilt werden, wenn Asylantrag seit mindestens drei Monaten anhängig ist
    • in der Praxis bis auf wenige Ausnahmen keine Erteilung von Beschäftigungsbewilligungen (außer Saisoniers, Erntehelfer und Lehrlinge) 
  • subsidiär Schutzberechtigte
    • unselbständige Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche Bewilligung zulässig
    • gilt im gesamten Bundesgebiet 
  • Asylberechtigte
    • unselbständige Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche Bewilligung zulässig
    • gilt im gesamten Bundesgebiet

Familienverfahren

  • Familienangehörige von Asylberechtigten oder subsidiär Schutzberechtigten erhalten denselben Schutz
  • Kreis der Familienangehörigen
    • EhegattInnen, sofern Ehe bereits im Herkunftsland bestanden hat
    • eingetragene PartnerInnen, sofern eingetragene Partnerschaft bereits im Herkunftsland bestanden hat
    • unverheiratete minderjährige Kinder
    • Eltern von minderjährigen Kindern
    • gesetzliche/r Vertreter/in von minderjährigen unverheirateten Kindern, sofern bereits im Herkunftsland die gesetzliche Vertretung bestanden hat

Bleiberecht

  • Asylantrag abgewiesen
  • Antrag auf subsidiären Schutz abgewiesen
  • Rückkehrentscheidung auf Dauer unzulässig
    • auf Dauer, wenn die ansonsten drohende Verletzung des Privat- und Familienlebens auf Umständen beruht, die ihrem Wesen nach nicht bloß vorübergehend sind
    • insbesondere bei gemeinsamem Familienleben mit österreichischen StaatsbürgerInnen, EWR-BürgerInnen sowie unbefristet Aufenthaltsberechtigten

Folge des Bleiberechts

  • Aufenthaltstitel ist zu erteilen
    • Aufenthaltsberechtigung plus bei Erfüllung von Modul 1 der Integrationsvereinbarung oder Erwerbstätigkeit zumindest im Ausmaß der Geringfügigkeitsgrenze
      • befristet auf ein Jahr
      • auf Antrag als Rot-Weiß-Rot - Karte plus oder Niederlassungsbewilligung verlängerbar
      • Zugang zum Arbeitsmarkt 
    • Aufenthaltsberechtigung in allen anderen Fällen
      • befristet auf ein Jahr
      • auf Antrag als Niederlassungsbewilligung  oder Rot-Weiß-Rot - Karte plus verlängerbar
      • kein automatischer Zugang zum Arbeitsmarkt

Integrationsvereinbarung

  • erfolgreicher Abschluss eines Deutsch-Integrationskurses
  • Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse (Niveau A2)
  • Schulabschluss mit Universitätsreife oder Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule
  • Besuch einer Primarschule
  • Besuch einer Sekundarschule und positive Beurteilung in „Deutsch“
  • mindestens fünfjähriger Besuch einer Pflichtschule in Österreich und positiver Abschluss in „Deutsch“
  • Lehrabschlussprüfung
  • positiver Abschluss in „Deutsch“ an einer ausländischen Schule